Binz



 

Fürstlich und elegant wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten – das Seebad Binz zeigt sich von seiner schönsten Seite


 

Wir wissen nicht warum die Hünen nach Rügen kamen, vielleicht war es die Sonne und das angenehme Klima (die Insel Rügen hat die meisten Sonnenstunden in Deutschland!) oder es war doch die herrliche Küste, mit dem türkisblauen Meer. Wir wissen aber, dass die ersten Siedlungen von Hünen besetzt waren.


Die Insel war schon im Jahre 8.000 v. Chr. besiedelt und sogar die Römer haben einen Blick auf die Insel geworfen. Umkämpft wurde dieses schöne Fleckchen Erde von Slawen, Dänen und Schweden – und das nicht mit Strandtücher! Es ging über mehrere Jahrhunderte „heiß“ her und fast jeder der Nachbarn wollte diese Insel besitzen. Bis zum Jahre 1815 war die Insel sogar ein Teil von Schweden. Die Entwicklung zum edlen Badeort kam im Jahre 1815. Ab dann gehörte die Insel zu Preußen und Fürst Wilhelm Malte I hatte die grandiose Idee hier ein Seewasser-Warmbad zu gründen, inklusive fürstlicher Residenz. Der Fürst wusste was gut ist und schon nach kurzer Zeit folgte der Adel. Nicht nur der preußische Adel war angetan, von einem Ort der Ruhe, wo man sich im warmen Seewasser über Schlachten und Erfolge unterhalten konnte. Bald folgten die wohlhabenden Bürger und Kaufleute. Der Fürst musste sich etwas überlegen. Baden im Meer, das war zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht nur sehr chic, sondern wurde auch von Ärzten empfohlen. Aufgrund dieser Entwicklung, wurde Binz, mit dem herrlichen weißen Strand, für die hohe Gesellschaft von damals zum See- und Kurort ausgebaut. Hier entstand die berühmte Bäderarchitektur. In den 1920er-Jahren war Binz eines der beliebtesten Badeorte auf Rügen. Die feine Gesellschaft kam im Sommer hierher um das Meer, die Sandstrände und die ländliche Gesellschaft zu genießen. Damals mussten Männer, Frauen und Familien noch getrennt baden und die Bademode war hochgeschlossen.

Die Strandpromenade war der Ort wo man spazieren ging um „zu Sehen und Gesehen zu werden“. Vor den Pensionen und Villen standen die Pferdekutschen und die Bediensteten begleiteten geduldig die Herrschaften oder haben Vorbereitungen für die vielen Abendaktivitäten und die Gesellschaftsanlässe vorbereitet. Eine beschauliche und harmonische Zeit. Ungefähr zu dieser Zeit wurden die Verkehrsanbindungen ausgebaut. Das Eisenbahnnetz wurde bis Sassnitz ausgebaut und der Fährverkehr nach Dänemark, Schweden und Polen brachten immer mehr Badegäste an diesen zauberhaften Ort.Ab 1936 verband der Rügendamm die Insel Rügen mit Stralsund. Damit war auch eine bessere Bahnverbindung nach Schweden möglich. Die Nationalsozialisten hatten viele Bauprojekte für Rügen, einige davon wurden vollendet und andere blieben nur Bauvorhaben, wie die ersten Gebäude der Ferienstadt Prora. Heute kann man einige dieser geschichtlichen Bauwerke besuchen. Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte die Insel zur DDR. Die Pensions- und Hotelbesitzer wurden enteignet und ab den 1950er-Jahren entstanden hier viele Ferienheime und Urlaubsheime für Partei- oder Gewerkschaftsmitglieder. Rügen gehörte zu den beliebtesten Ferienorten der DDR. Nach der Wende, wurde die Insel neu entdeckt und viele Teile wurden unter Naturschutz gestellt. Die Pensionen und alten Hotels wurden den ehemaligen Besitzern übergeben und neue Besitzer gesellten sich dazu. Ein reger Bau- und Renovierungsboom entstand und heute gehört Rügen und insbesondere Binz wieder zu den Schmuckstücken an der Ostseeküste.

Die Landschaft rund um Binz

Der kleine Ort liegt im zwischen der Prorer Wiek (Bucht) und dem Schmachter See. Der weiße Sandstrand ist ca. 5 Kilometer lang und besitzt über 74 Strandzugänge. Der Strand hat bestimmte Abschnitte, die für FKK-Badende und auch einen speziellen Bereich, wo Hunden der Zugang gewährt wird. Diese sind beschildert. Die große Bucht schützt den Strand und damit ist die Wassertemperatur auch sehr angenehm. Diese privilegierte Lage bedeutet auch eine schwache Brandung. Ein idealer Ort damit Kinder und ältere Menschen baden können. Die Wasserqualität ist sehr hoch. Der Badestrand von Binz wird oft mit der „blauen Flagge“ ausgezeichnet. Diese stellt ein Gütesiegel für die Qualität von Badestrände in Europa dar. Der Strand besticht durch seine Schönheit. Es ist schon ein romantischer Anblick, die vielen klassischen Strandkörbe, die Dünen und im Hintergrund die strahlend weißen Villen. Nicht zu übersehen ist die 370 Meter lange Seebrücke in Binz. Man läuft über den Holzplanken direkt über dem Meer auf den blauen Horizont zu. Wenn man zurückschaut, dann wird man mit der Idylle von Binz belohnt. Von hier aus kann man eines der Bäderschiffe nehmen und zu den Kreidefelsen fahren. Tipp: Machen Sie die Fahrt bei Sonnenaufgang, die weichen warmen Sonnenstrahlen scheinen auf das strahlende Weiß und das Naturschauspiel ist einfach beeindruckend. Hinter dem Strand verläuft parallel die berühmte Binzer Strandpromenade. Diese ist 3,2 Kilometer lang und an ihr reihen sich die eleganten Villen, Pensionen und Hotels im Stil der Bäderarchitektur. Es gibt zahlreiche Restaurants, Cafés, Bars und eine Geschäfte. Hier kann man gemütlich spazieren gehen, einkaufen und ein schönes Fischgericht mit Meeresblick genießen. Viele der Gebäude erinnern an klassische italienische Villen aus dem Zeitalter des Jugendstils. Ein Gang durch die Margaretenstraße versetzt den Besucher in die lokale Künstlerwelt. Hier haben zahlreiche Töpfer, Maler und Schmuckhersteller ihre Stände und Werkstätten aufgemacht.

Die bunten Kreationen sind ein Augenschmaus und typisch für die Rügener Kunstgeschichte. Die Straße läuft auf die Seebrücke Binz zu und bietet die Gelegenheit Goldschmuck aus Binz, Bernsteinschmuck aus Binz und Bastelarbeiten aus Strandgut zu erwerben. Natürlich gibt es auch viel Schmuck aus Muscheln. Das maritime Ambiente wird hier voll erfasst und lädt zum Verweilen ein. Das Kurhaus Binz ist ein Wahrzeichen von Binz. Genauso wie das Dünenhaus Binz. Beide sind vom Sandstrand aus zu sehen und bestechen durch ihre Schönheit. Das Kurhaus Binz liegt in der Nähe der Strandpromenade und nur einige Meter von der Seebrücke entfernt. Das Kurhaus wurde 1890 eröffnet und gehörte zu den prächtigsten Hotels der damaligen Zeit. Es wurde sogar von Kaiserin Viktoria besucht. Nach einem Brand im Jahre 1906, musste das Kurhaus Binz wieder neu erbaut werden. Im Jahre 1907 wurde der prächtige Bau wieder eröffnet und gehört seitdem zu den Sehenswürdigkeiten von Binz. Heute gehört das Kurhaus Binz zur Hotelgruppe Travel Charme und wurde in ein 5-Sterne-Hotel umfunktioniert. Wenn man Binz in Richtung Westen verlässt, dann geht man in Richtung Schmachter See. Hier kann man an der Uferpromenade entspannen und die Ruhe genießen. Hier findet man einige Kunstwerke und Parkbänke mit Wasserspiele. Um den Schmachter See findet man einen Wanderweg, der gut beschildert ist. Hier kommen einige der Badegäste am Abend her, um den Sonnenuntergang zu genießen. Vielleicht mit einem Gläschen Binzer Wein oder einem kühlen Bierchen. Einige Besucher lieben es hierher zu kommen um die Natur zu genießen und die vielen Vogelarten zu beobachten. Der Schmachter See ist ein natürlicher Biotop, wo es zahlreiche Brut- und Raststätten für Wandervögel der Ostsee gibt. Unter anderem finden sich hier die Rohrdommel, Drosselrohrsänger, Gänse, Enten, Schwane, Seeadler und Fischadler.

 
Die weitere Umgebung bietet noch einiges zum Besichtigen an. Da wäre einmal das Jagdschloss Granitz auf dem Tempelberg, die neugotische evangelische Kirche in Binz, die letzte Schmalspurbahn Deutschlands – der „Rasende Roland“ und viele kleine Dinge, die man selbst entdecken muss.